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Gepostet by on Mai 18, 2016 in Featured, Haus&Wohnen, Urlaub | Keine Kommentare

Das Licht nicht unter den Scheffel stellen

Das Licht nicht unter den Scheffel stellen

Lampen fristeten in meinen bisherigen Wohnungen ein echtes Schattendasein. Obwohl sie Licht und vorm Verbot der Glühbirne sogar Wärme spendeten, war ich nie besonders daran interessiert eine besonders schönes Modell von einem besonders exquisiten Hersteller zu erwerben. Warum? Weil aktuelle Hersteller – wer hätte es gedacht – natürlich eher aktuelle Designs an den Mann oder an die Frau bringen wollen und ich als Liebhaber alter Beleuchtungsmittel eher nicht in das Beuteschema bzw. die Zielgruppe passe. Zudem ziehe ich relativ häufig um und lasse die Lampen bei Auszug gerne in der Wohnung, so wie ich Wohnungen gerne übernehme, die mir bereits am Tag des Einzugs den Weg des Lichts zeigen.

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Petroleumlampe.JPG

Quelle: Wikimedia

Eigentum ver(p)lichtet

Wenn ich nun also die Kiste meiner Habseligkeiten öffne, erblicke ich lediglich zwei Lampen, welche in meinem Besitz sind: Einen Kronleuchter und eine Petroleumlampe. Kein Scherz: Die Petroleumlampe, welche aufgrund der Geruchsentwicklung eigentlich nur im begrenzten Ausmaß für den Indoor-Einsatz geeignet ist, ist für mich nicht nur ein unglaublich stilvolles Leuchtmittel, sondern auch dekoratives Stilmittel. Ebenso wie der Kronleuchter, der jedem Zimmer einen gewissen Glanz verleiht, auch wenn es sich bei meinem lediglich um eine Nachkriegsreplik handelt, die ich für 30€ bei eBay ersteigert habe… Die Küchen-, Bad-, und Flurbeleuchtung jedenfalls bestand bei mir bis dato ausschließlich aus den billigsten IKEA-Lampen, zu deren Kauf ich mich zähneknirschend durchringen konnte oder aus dem besagten Nachlass des Vormieters, den ich – sofern er mir Licht spendete – gerne übernommen habe.

(P)lichtbesuche

Dann ging mir ein Licht auf: Auf meinen Reisen, die mich in zahlreiche AirBnB-Wohnungen und Hotelzimmer führten, sah ich, wie interessant, abwechslungsreich und wichtig Wand-, Decken-, und Stehlampen für die Raumqualität und Atmosphäre eines Zimmers sein können. Das richtige Licht macht den Unterschied: Gerade, wenn eine Unterkunft nicht mit dem besten Ausblick oder genügend Tageslicht gesegnet ist, entscheidet einzig und allein Form und Stil des Lampenschirms sowie die Wärme und Luminanz des Leuchtmittels darüber, ob einem ein Licht aufgeht oder nicht. Und eines können Sie mir glauben: Bei vielen Unterkünften fühlt man sich eher hinters Licht geführt, als dass man es am Ende des Tunnels sieht.

Unerfüllte Ver(p)lichtungen

Nehmen wir beispielsweise das Jucy Snooze in Auckland, Neuseeland. Eine Unterkunft, die wegen des frischen, grünen Designs auf dem ersten Blick durchaus modern und annehmlich wirkt, sich jedoch bei näherer Betrachtung nicht gerade als Glanzlicht entpuppt. Wuchtige Betonwände, schlauchige Zimmer und kleine Fenster verleihen diesem Hostel eher das Ambiente eines Gefängnisses als einer angenehmen Übernachtungs-möglichkeit. Was hätte jedoch das Zünglein an der Waage sein können? Richtig, die Beleuchtung. Doch statt etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hing lediglich eine verstaubte Papierlampe in der Zimmerecke, die in puncto Design und Leuchtkraft nicht gerade das hellste Licht im Hafen war. Selbst bei Tageslicht und aktiviertem Lichtschalter war die Zelle dunkel, ungemütlich und geschmacklos. Mit der richtigen Beleuchtung hätte man hingegen eine Menge aus den ungünstigen Umständen herausholen können.

Altrove-Hängelampe

Designer-Lampe von Artemide

Wo Schatten ist, ist auch Licht

Ein anderes Beispiel zeigt nämlich, wie viel Unterschied die richtige Beleuchtung machen kann. Das BreakFree in Christchurch, Neuseeland, hat nämlich eine ebenso ungünstige Ausgangslage: Zwar würde ich hier nicht von einer Knastatmosphäre sprechen, doch die unfassbar kleinen Zimmer (um die 10 Quadratmeter), in denen sogar noch eine Miniküche und eine Badezimmer integriert sind, stellen für jeden Innenarchitekten eine echte Herausforderung dar. Und tatsächlich machte das Licht hier den Unterschied: Mit cleveren Akzenten, abgesetzten Lichtleisten, stimmungsvollen Lichtwechslern und einer Deckenlampe, die an ein Designermodell von Artemide erinnert, hat das BreakFree in Sachen Beleuchtung alles richtig gemacht, um die Schattenseiten zu erhellen.

Es werde Licht!

Man sagt ja, dass Reisen zur Weiterbildung und Horizonterweiterung beitragen, aber ehrlich gesagt hätte ich nie damit gerechnet, dass mir ausgerechnet beim Thema Beleuchtung die Augen geöffnet wird. Eines ist jedenfalls klar: Wenn ich in Zukunft wieder ein Mal sesshaft werden möchte und mich um die Einrichtung einer festen Wohnung kümmern werde, dann werde ich das Thema Raumbeleuchtung ganz sicher in einem anderen Licht sehen. Gute Onlineshops wie Lampcommerce gibt es ja genug, in denen ich nach neuen Lichtspendern stöbern kann. Vielleicht passen diese ja sogar zu meinem Kronleuchter – und meiner Petroleumlampe.