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Gepostet by on Mai 26, 2016 in Featured, Gesundheit&Leben, Haus&Wohnen | Keine Kommentare

Spielplätze: Privat statt Desolat

Spielplätze: Privat statt Desolat

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, hatte ich ein unverschämtes Glück. Aufgewachsen in einer typischen Neubausiedlung der 90er-Jahre, glich mein Wohnviertel einer beispiellosen Idylle: Verkehrsberuhigte Straßen, sämtliche Schulen in Laufnähe und viele Grünflächen und Spielplätze. Das gesamte Viertel war mit seiner Infrastruktur auf die Bedürfnisse junger Familien zugeschnitten. Besonders die zahlreichen, sauberen, sicheren und gut ausgestatteten Spielplätze waren für mich als Kind natürlich besonders interessant und wurden – sofern es das Wetter einigermaßen zuließ – täglich aufgesucht. Sie boten einen Treffpunkt für alte Freunde, einen Ort, um neue Bekanntschaften zu knüpfen und natürlich einen Raum, um zu spielen, zu toben, zu entdecken und zu träumen.

Sind öffentliche Spielplätze gefährlich?

Die Zeiten haben sich jedoch geändert und je weiter meine eigene Kindheit zurückliegt, desto mehr Schreckensmeldungen bezüglich der Sicherheit und Kindgerechtheit öffentlicher Spielplätze lassen mich an meinen eigenen Erinnerungen zweifeln. Wie so viele Dinge, die in öffentlicher Hand liegen, litten auch Spielplätze in den vergangenen Jahren unter dem kommunalen Sparzwang und fehlenden öffentlichen Investitionen. Meldungen über defekte Spielgeräte wie in Schköna, Drogendealer wie in Schwabing, pädophile Triebtäter oder andere Grausamkeiten erreichen die mediale Welt beinahe täglich, so dass man sich als besorgtes Elternteil zu Recht die Frage stellt, ob öffentliche Spielplätze zu gefährlich für die eigenen Kinder sind.

 

Die Alternative: Private Spielplätze

Anders als öffentliche Spielplätze bieten private Spielplätze einige Vorteile:

  • Begrenzte Begehbarkeit – Zwar finden sich an öffentlichen Spielplätzen oftmals Schilder mit dem Hinweis auf bestimmte Nutzungszeiten oder Altersbeschränkungen – nur gestaltet sich die Kontrollierbarkeit äußerst schwierig. Private Spielplätze hingegen, die sich in Hinterhöfen von Wohnsiedlungen oder im eigenen Garten befinden, bleiben aufgrund der baulichen Abtrennung Fremden oftmals unbekannt oder unerreicht.
  • Volle Kontrolle – Private Spielplätze unterliegen nicht der öffentlichen Hand, die sich leider zu oft aus der Verantwortung zieht, wenn es um die Einhaltung der Richtlinien zur Spielplatzgestaltung und -unterhaltung geht. Ein privater Spielplatz hingegen ist zwar kostenintensiver, jedoch können Defekte und Missstände sofort beseitigt werden, was die Sicherheit und Nutzbarkeit des Spielplatzes zu jeder Zeit gewährleistet.
  • Mehr Flexibilität – Obwohl sie nicht immer eingehalten werden, gelten für öffentliche Spielplätze strenge Normen. Die rechtlichen Grundlagen für die privaten Pendants sind jedoch weniger streng, was die bauliche Gestaltung und den täglichen Betrieb flexibler machen kann. Durch diese Freiheiten ist es möglich, mehr Kreativität und Fantasie in private Spielplätze fließen zu lassen, was sie noch attraktiver für Kinder und ihre Eltern macht.
https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Starwhooper

CC-Lizenz. Bildrechte liegen bei Thiemo Schuff

Wer nun also mit dem Gedanken spielt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und einen eigenen, privaten Spielplatz zu gestalten, findet im Internet eine große Auswahl an Spielgeräten, die preislich attraktiv und qualitativ hochwertig sind. Doch sollte man sich auch fragen, ob das Kaputtsparen der Kommunen, worunter nicht nur Spielplätze, sondern auch Turnhallen, Kulturgebäude und die Verkehrsinfrastruktur leiden, nicht auch auf politischer Ebene bekämpft werden sollte. Einen Spielplatz können Sie zur Not selbst gestalten – eine Schwimmhalle vermutlich nicht.