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Gepostet by on Jan 16, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Das geliebte Haustier: Passt ein Kaninchen zu meiner Familie?

Das geliebte Haustier: Passt ein Kaninchen zu meiner Familie?

Jeder mag sie, die kleinen flauschigen Tiere. Sie hüpfen witzig, haben weiches Fell, müssen nicht ausgeführt werden und haben eine angenehme Lebensdauer, sie sind in der Haltung günstig und kinderfreundlich, machen keinen Krach und kosten kaum Zeit. Diese und viele andere wünschenswerte Eigenschaften werden den Kaninchen zugeschrieben. Allerdings sind die meisten dieser Annahmen völlig falsch, denn Kaninchen sind deutlich anspruchsvoller und aufwändiger in der Haltung, als manch eine Familie es wahr haben möchte. Wer sich mit artgerechter Haltung der kleinen Tiere beschäftigt, kann ein liebevolles und Kaninchengerechtes Zuhause erschaffen, dazu gehört aber viel mehr als ein Käfig und eine Knabberstange. Wir haben die häufigsten Fehler in der Kaninchenhaltung zusammengestellt, damit Sie Ihrem Tier einen wirklich tollen Platz schaffen können.

1. Falsche Ernährung

Grundsätzlich sind Kaninchen recht pflegeleicht. Sie fressen fast die gesamte Palette der Gemüseregale, außerdem jede Menge Heu und frische Gräser. Getreide und handelsübliches Trockenfutter ist übrigens kein artgerechtes Futter für ein Kaninchen. Die Annahme, die Tiere bräuchten das Trockenfutter, ist nicht richtig. Mit frischen Gräsern, einer satten Portion Gemüse und ständig zur Verfügung stehendem Heu sind sie wunschlos glücklich. Ab und zu kann ein Maiskolben oder Erbsenflocken als ein Leckerli angeboten werden. Wer trotzdem Trockenfutter füttern möchte, sollte auf gar keinen Fall zuckerhaltige Futtersorten nehmen und möglichst auf Getreide verzichten.

Füttern Sie immer Heu sowie mehrmals täglich 5 oder mehr verschiedene Sorten Gemüse, sofern die Tiere keine frischen Wiesenkräuter bekommen. Ab und zu kann auch Obst gereicht werden. In der wärmeren Jahreszeit freuen sich Kaninchen über zahlreiche Gräser und Kräuter sowie Äste von Obst- und Nussbäumen. Eine ausführliche Liste der Gräser finden Sie hier.

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Vermeiden Sie Fehler bei der Kaninchenhaltung durch sorgfältige Recherche. Bildernachweis

2. Platzmangel und falsche Behausung

So klein die Kaninchen auch sein mögen, sie brauchen jede Menge Platz. Pro Kaninchen sollte ca. 1 qm gerechnet werden! Wer keine Möglichkeit hat, ein ausreichend großes Gehege zur Verfügung zu stellen, sollte trotzdem eine Länge von 1m nicht unterstreiten und unbedingt reichlich Auslaufmöglichkeiten bieten. Die Kaninchen sind bewegungsfrohe Tiere und brauchen Freiraum, in der Natur verbringen sie viele Stunden auf Nahrungssuche und laufen unheimlich gern. Dieses natürliche Verhalten darf den Tieren nicht abgesprochen werden. Ein 1m x 0,60m x 0,40m Käfig reicht den Tieren niemals aus. Aus tierschutzgründen sollte man auf eine Kaninchenhaltung verzichten, wenn man nicht den notwendigen Platz für die Tiere hat. Ein Gehege kann wunderbar selbst gebaut werden, oder auch erworben, z.B. eigenen sich Modelle aus der Tierhandlung wie auf tierhaus-shop.de „Kaninchenstall Jenny“, „Kaninchenstall Lucy Holz“ oder „Kaninchenstall Jasmin“ für eine artgerechte Haltung. Kleine Ställe wie „Marie“ können wunderbar mit einem größeren Gehege kombiniert werden. Ein Teil des Geheges sollte stets Sichtschutz bieten, Kaninchen brauchen Überdachungen, Häuschen und Brücken.

3. Einzelhaltung

Es gibt nichts Schlimmeres für die sozialen und geselligen Tiere, als eine Einzelhaltung. Egal wie viel ein Mensch sich um sein Tier kümmert, er kann niemals Artgenossen ersetzen. Ein Kaninchen sollte niemals alleine sein müssen, damit es ein normales Verhalten und Kommunikation ausleben kann, sich in Sicherheit fühlt und es ein artgerechtes Leben ist. Ein Meerschweinchen ersetzt übrigens keinen Artgenossen und sollte ebenso niemals alleine gehalten werden. Auf einer größeren Fläche von mehreren Quadratmetern spricht aber einer Haltung von mehreren Kaninchen und mehreren Meerschweinchen nichts gegen. Bei verschiedenen Geschlechtern sollte das Böckchen kastriert werden um eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern.

4. Zwangsstreicheln

Kaninchen können sehr kuschelig, verschmust und lieb sein, allerdings brauchen die Tiere auch ihre Ruhe. Deswegen sollten Kinder schon seit klein auf einen respektvollen Umgang mit den kleinen Mitbewohnern lernen und Geduld üben. Kein Kaninchen sollte gewaltsam aus seinem Versteck geholt werden, damit der Mensch es streicheln kann. Kaninchen können zahm werden und sogar auf ihre Namen hören, es braucht aber viel Zeit und Geduld.

5. Zu wenig Geld

Wenn ein Kaninchen krank wird, kann es schon mal dreistellig werden. Und wir sprechen nicht vom unteren dreistelligen Bereich. Planen Sie am besten Rücklagen für Notfälle ein!

Es gibt noch viele weitere Aspekte der Haltung zu beachten, mit einer guten Vorbereitung steht aber einer artgerechten und tierschutzgerechten Haltung nichts im Wege. Schauen Sie sich doch im nächsten Tierheim um, ob dort bereits kleine Fellnasen auf ein neues Zuhause warten!